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Abdallah, besser bekannt als Reggae John, 21 Jahre alt

Er wurde als Einzelkind geboren, seine Erklärung warum er immer so ruhig und nachdenklich ist. Sein Vater war Soldat und meist im Ausland eingesetzt. Jetzt ist er zwar im Ruhestand, jedoch mit einem ausgeprägten Alkoholkonsum, weshalb von ihm wenig zu erwarten ist.

Abdallahs Mutter ist früh gestorben und er ist bei seinem Großvater aufgewachsen, welcher sehr viele Kinder und Enkel zu versorgen hatte. Das Leben dort war wohl ziemlich hart, er schätzte seinen Opa zwar sehr, habe aber er die Situation nicht mehr ausgehalten und ist mit ca. 11 Jahren weggelaufen. Nach einiger Zeit hartem Straßenleben, in der er sich mit Metallschrottsammeln Geld verdient hat, kam er zu Kids in Need.

Dort bekam er zunächst die Chance der, damals bestehenden, Musikgruppe beizutreten. Seitdem ist er Musiker durch und durch und man kann ihn mit nichts anderem begeistern. KIN gab ihm ebenfalls die Möglichkeit wieder in die Schule zu gehen, er setzte die Grundschule fort.

Leider arbeitete Kids in Need Familienrückführend. Also nach einiger Zeit Rehabilitation werden die Kids wieder zurückgeschickt, dies hätte in Abdallahs Fall in Primary 7 also des letzten Grundschuljahres stattfinden sollen, kurz vor den Abschlussprüfungen. Da Abdallah in keinem Fall zu seinem Großvater zurück wollte, hat er die Schule abgebrochen und lebte zunächst wieder auf der Straße. Irgendwann wurde er wieder aufgenommen, seitdem hängt er in Heim fest und konzentriert sich auf seine große Leidenschaft Musik.

Mit Abdallah überlegten wir sehr lange in welche Richtung wir gehen sollten um seine Zukunft zu sichern. Er sagte er wolle ehrlich sein zu mir und mein Geld nicht verschwenden, zurück in die Schule gehen mache für ihn nach so langer Zeit keinen Sinn, zum einen traue er es sich nicht zu zum anderen würde dies noch Jahre dauern, verschwendete Zeit und Geld in seinen Augen.

Da ich ihn überzeugen konnte dass er etwas brauche, damit er sich neben seiner Musik Geld verdienen kann, da das Musikgeschäft ja eher unsicher ist, überlegten wir gemeinsam nach Lösungen. Von Schuhe verkaufen, über Instrumentenbau, Audio und Video Production, Erwachsenenbildung…war alles dabei. Nur wenn man genauer nachgebohrt hat, kam immer das gleiche raus irgendjemand hat ihm den Rat dazu gegeben, er selbst ist aber nicht überzeugt und einfach nur an Musik interessiert.

Nachdem er mich überzeugt hatte ihm lediglich mit seiner musikalischen Ausbildung weiter zu helfen, kam er mit der Idee einen kleinen Kiosk zu gründen. Wir organisierten ihm ebenfalls einen Container und statteten ihn mit den nötigen Utensilien aus. Nun ist er Kioskbesitzer der weiterhin von der großen Musikkarriere träumt.

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