Entstehungsgeschichte:

KIDS IN NEED war wohl einmal ein vorzeige Projekt. Ein sogenanntes Rehabilitationscenter für Jungen die von der Straße geholt wurden. Zu guten Zeiten lebten dort an die 70 Kinder und Jugendliche. Als ich 2008/2009 zum Praktikum kam, waren jedoch bereits negative Veränderungen sichtbar. Das größte Problem war die Korruption der Verantwortlichen, die dieses Projekt durch Spendenveruntreuung heruntergewirtschaftet haben.

Im Mai 2010 wurde die Leitung des Heimes an eine andere Person übertragen, da die finanzielle Lage unerträglich wurde. Die Zahl der Kinder wurde drastisch minimiert und trotzdem fehlte es am nötigsten, wie Lebensmittel. KIDS IN NEED wurde zu SHALOM CHARITY FOUNDATION, leider wurde dadurch nicht viel besser. Als ich zurückkehrte fand ich 20 jüngere Kinder vor, die dank einer vorherigen deutschen Praktikantin zur Schule gehen konnten und meist war genügend Essen vorhanden.

Weiter lebten dort viele Jugendliche und junge Erwachsene, die ich von meinem ersten Aufenthalt noch kannte. Diese saßen in einer aussichtslosen Lage in diesem Heim fest und wurden dort geduldet, jedoch war keine Hilfe zu erwarten. Da außer einer Köchin keine Mitarbeiter in diesem Heim angestellt waren, übernahmen „die Großen“ die Verantwortung für die Kleineren Kinder. Sie achteten darauf, dass die Kids zur Schule gehen, ihre Kleidung waschen und ihre Aufgaben erledigen, kümmerten sich um deren Probleme und halfen bei den Hausaufgaben, machten Musik mit ihnen etc. Ansonsten fehlte ihnen leider eine sinnvolle Beschäftigung, weshalb sie oft herumsaßen, Drogen nahmen und von einer Zukunft nur träumen konnten.

Mein erster Grundgedanke von FRIENDS IN NEED INTERNATIONAL war Gelder zu sammeln um dieser Einrichtung im Allgemeinen mit der Versorgung der Kinder zu helfen und den Jugendlichen zu helfen ein eigenständiges Leben zu beginnen. Ich führte Gespräche mit jedem Einzelnen über realistische Zukunftspläne. Von erneutem Schulbesuch über Ausbildung hin zu eigenen kleinen Läden war alles dabei. So begann ich bei Verwandten und Freunden an die Tür zu klopfen um Spenden zu erhalten um diese Wünsche umsetzen zu können.

Leider gestaltete sich die Zusammenarbeit, mit dem nur äußerst selten anwesenden Leiter der Einrichtung, sehr schwierig. Die Situation spitzte sich im Laufe des Jahres so zu, dass er die Jugendlichen mit 15 schwerbewaffneten Polizisten rauswerfen und zum Teil verhaften ließ. Man könnte sein Geld auch für sinnvollere Dinge ausgeben, wenn man Leiter eines Heimes ist, aber warum nicht auch um die Polizei zu bestechen…

Ja da meine Schützlinge nun erneut Obdachlos waren, blieb uns nichts anderes übrig als eine Wohnung für sie anzumieten. So wurde FRIENDS IN NEED INERNATIONAL schneller als erwartet was es nun ist. Da er mittlerweile auch 5 der „Kleinen“ rausgeworfen hat erweiterte sich unser Hilfsangebot schnell.

Dieses Projekt entstand weil ich meinen liebgewonnenen Freunden helfen wollte, natürlich ist es dadurch ein sehr emotional besetztes Projekt. William und ich stecken da mit persönlichem Herzblut drin und kämpfen dafür die Jungs auf den richtigen Weg zu bringen, was sich natürlich oftmals als nicht als so einfach herausstellt.

Oft höre ich „ist das nicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein-Kommentare“. Uns ist bewusst, dass wir dadurch nicht die Welt verändern, es weiterhin ein vor Ungerechtigkeit stinkende Machtverteilung gibt und weiterhin viele Menschen auf der Welt große Not leiden. Aber wir haben uns entschieden Menschen in unserem Umfeld, unseren Freunden zu helfen und wenn es auch nur einer schaffen sollte später ein eigenständiges Leben führen kann haben wir etwas erreicht.

Einen ausführlichen Bericht über die Entstehungsgeschichte von FINI, finden Sie in der nachfolgenden Broschüre (PDF)

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