Die Situation von "Straßenkindern"

Nach Schätzungen der UNO-Organisationen gibt es 80 bis 100 Millionen Kinder, die jeden Tag ihren Überlebenskampf auf der Straße führen müssen. Normalerweise durchläuft ein Kind unterschiedliche Stationen der Sozialisation: Familie, Kindergarten, Schule, Freundeskreis, Berufsausbildung, Berufsleben. Bei Straßenkindern reduzieren sich diese Stationen auf gescheiterte Erfahrungen in der Familie. Die Straße wird zum Ort der Sozialisation. Auf der Straße zu leben bedeutet, ständig unter Spannung zu stehen. Die Kinder haben keinen Rückzugsbereich oder geschützten Raum. Sie sind Gewalt, Drogen, Kriminalität und Willkür von Erwachsenen ausgesetzt. Von der Gesellschaft werden sie diskriminiert und ausgegrenzt (vgl.: www.tdh.de)

Die Ursache für ein Leben auf der Straße ist neben dem Verlust der Eltern zum Großteil Armut in den Familien. 34,7% der ugandischen Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Armut der Eltern und die damit verbundenen Probleme und Sorgen der Eltern führen Nebeneffekte mit sich. Viele Kinder erfahren Gewalt in den Familien, Mangel an Liebe und Aufmerksamkeit, viele ertragen dies nicht und entscheiden sich für ein Leben auf der Straße und dies bereits in sehr jungen Jahren. Diese Entscheidung einmal getroffen, ist sie kaum rückgängig zu machen. Die Kinder sind stigmatisiert, Straßenkinder setzt man gleich mit Kriminellen und die will niemand mehr zu Hause und in der Gemeinschaft haben.

Im Gegensatz zu Verhütungsmethoden ist Polygamie noch weit verbreitet. Viele Familien sind mit Kinderreichtum gesegnet und nicht selten hat ein Mann mit verschiedenen Frauen eine Reihe von Kindern. Diese ausreichend zu versorgen und eine Schulbildung zu finanzieren stellt oftmals ein Problem dar. Häufig ist ein oder gar beide Elternteile verstorben, Verwandte die selbst genügend Kinder versorgen, nehmen noch zusätzlich die verwaisten Kinder auf. Die Kinder sind gezwungen von früh bis spät auf dem Feld mit zu arbeiten von Schulbesuch keine Rede. Manche Kinder werden weggeschickt um in der Stadt für den Unterhalt ihrer Familien zu sorgen, andere lassen sich von Versprechungen auf Arbeit in der Stadt locken. Der Weg auf die Straße hat wenig mit jugendlicher Unternehmungslust zu tun, sondern ist die Entscheidung eines Kindes, das keine Alternative mehr sieht.

Egal ob sie richtig arbeiten wie als Lastenträger oder Müllsammler oder sich mit Kleinkriminalität über Wasser halten sind sie als Nichtsnutze gebrandmarkt und werden zum Teil verfolgt und verprügelt, eingesammelt und in Gefängnisse gesteckt. Straßenkinder leben von der Hand in den Mund, halten sich mit legalen und illegalen Tätigkeiten über Wasser. Um sich behaupten zu können, übernehmen die Kinder oft auch die Verhaltensweisen von Erwachsenen aus dem Straßenmilieu.

Straßenkinder sind dadurch extremen Risiken ausgesetzt, viele von ihnen sind selbst drogenabhängig.