FINI Haus:

Derzeit ist es uns möglich acht männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein zu Hause zu bieten. In einer Dreizimmerwohnung leben sie im Rahmen einer betreuten Verselbständigungs-wohngruppe zusammen. Die Jungen sollen sich wohl fühlen und frei entfalten können, sie sollen jedoch auch Strukturen erleben und lernen sich in eine Gesellschaft einzugliedern. William lebt gemeinsam mit den Jugendlichen im Haus.

Lage:

Die Wohnung befindet sich etwas außerhalb der Stadt in einer guten Gegend. Trotz der erhöhten Fahrkosten haben wir uns bewusst für eine gewisse Distanz zur Stadt und den langjährigem Aufenthaltsort der Jungs dem Slum Kisennyi entschieden. Durch den Umzug in ein neues Umfeld wird den Jugendlichen ein Neustart ermöglicht und ein positiver sozialer Wandel erleichtert. Gefährdungen wie Drogen und Kriminalität sind nicht mehr in unmittelbarer Nähe.

Zielgruppe:

Derzeit sind die Hausbewohner zwischen 16 und 23 Jahre alt, männlich und kommen aus demselben Milieu. Sie sind ehemalige Straßenkinder, Heimkinder, verlorene Kinder die zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen herangewachsen sind jedoch noch immer keine Chance auf eine Zukunft haben. Hilfe wurde vor Jahren initiiert jedoch nicht erfolgreich zu Ende geführt. Generell soll eine baldige Aussicht auf die selbstständige Lebensführung gegeben sein.

Schul-und/oder Berufsausbildung:

Der regelmäßige Besuch einer Schule oder Ausbildungsstätte oder eine andere, dem Einzelnen und der Situation angemessene Tätigkeit ist für jeden Jugendlichen eine grundlegende Bedingung. Wir wollen die Jugendlichen in die Unabhängigkeit führen und sie zu einem selbstständigen Leben befähigen. Deshalb ist die schulische und berufliche Ausbildung ein wichtiger Schwerpunkt in unserer Pädagogik.

Gemeinsam mit dem jeweiligen Jugendlichen wird entschieden welcher Weg für ihn der sinnvollste zu sein scheint. Wir beraten sie, unterstützen sie bei der Informationsbeschaffung und Suche nach den geeigneten Instituten/Firmen und finanzieren ihre Ausbildung. Wir begleiten und überwachen den Verlauf. Die Jugendlichen treffen ihre Entscheidung und müssen dann größtmöglichen Einsatz und Interesse zeigen. Sie müssen ihre Chance erkennen und ergreifen.

Alltag und lebenspraktischer Bereich:

Auch wenn die Jugendlichen ihre Freizeit relativ frei gestalten können, finden sie einen strukturierten Alltag in unserer WG vor. Unsere Regeln und Strukturen sollen den Jugendlichen Halt geben und ihnen die Eingliederung in die Arbeits- und Schulwelt sowie in die Gesellschaft erleichtern. Die Jugendlichen übernehmen die alltäglichen Pflichten wie Kochen, Putzen und Waschen selbst.

Freizeit:

Die Jugendlichen werden zur sinnvollen Freizeitgestaltung angeregt. Eine benachbarte und befreundetet Gemeindeorganisation bietet Tanz- und Musikkurse, die von unseren Jugendlichen gerne besucht werden. Sie planen dort evtl. eine eigene Theatergruppe zu Organisieren. Zudem werden die Jugendlichen unterstützt, sich anderen Gruppen ihres Interesses anzuschließen wie z.B. Breakdance oder Fußball. Ebenso werden Gemeinschaftsaktionen durchgeführt, wie Schwimmen am nahegelegenen See, Fußball spielen, Gemeinschaftsspiele, gemeinsames Musizieren, Besuch kultureller Ereignisse wie Konzerte, Kunstfestivals, etc.

Weiter stellen manche der Jugendlichen Schmuck her, ebenso läuft gerade ein Workshop wie Sandalen aus Autoreifen hergestellt werden. Hiermit können sich die Jugendlichen ein bisschen Taschengeld verdienen und zum Einkommen des Projektes beitragen. Die Jugendlichen die sich in der theoretischen Berufsausbildung befinden, sollen in den Ferien Praktika absolvieren um praktische Erfahrungen sammeln zu können.

Elternarbeit:

Viele der Jugendlichen, haben noch Familie die sie jedoch häufig seit Jahren nicht mehr gesehen haben. Gemeinsam mit dem jeweiligen Jungen machen wir einen Erstbesuch bei seiner Familie. Zum einen ist es für uns wichtig, zu wissen wo unsere Schützlinge herkommen um sie und ihre Geschichte besser zu verstehen, um Ansprechpartner in ernsthaften Krankheitsfällen zu haben und um uns abzusichern. Zum anderen kann es für die Jugendlichen ein begleiteter Einstieg für einen erneuten Beziehungsaufbau sein, eine Chance zur Vergangenheitsbewältigung, evtl. ist sogar eine Rückkehr in die Herkunftsfamilie möglich. Wünschen es Kind und Eltern werden regelmäßige Besuche, evtl. sogar Ferienaufenthalt ermöglicht.